„Zum ersten Mal seit 20 Jahren bin ich wirklich glücklich in meinem Körper." – Jeanette über ihren langen Weg durch die Lipödem-Diagnose, drei Operationen und ein völlig neues Lebensgefühl.
Wie hast du deine Lipödem-Diagnose bekommen?
Ich hatte schon seit der Pubertät schwere Beine und blaue Flecken, die scheinbar aus dem Nichts kamen. Mein Hausarzt meinte immer, ich solle mehr Sport treiben und weniger essen – dabei war ich nie wirklich übergewichtig, zumindest nicht am Oberkörper. Meine Beine haben einfach nicht dazugepasst.
Nach meiner zweiten Schwangerschaft im Jahr 2019 wurde es plötzlich dramatisch schlimmer. Ich konnte kaum noch die Treppen im Schulgebäude hochsteigen. Zufällig stieß ich 2022 in einer Online-Selbsthilfegruppe auf den Begriff Lipödem – und als ich die Beschreibungen las, habe ich geweint. Endlich hatte das alles einen Namen.
Wie hat das Lipödem dein Leben als Lehrerin und Mutter beeinflusst?
Als Grundschullehrerin stehe ich den ganzen Tag auf den Beinen. An guten Tagen war es anstrengend, an schlechten Tagen war es die reinste Qual. Nachmittags hatte ich oft so dicke, schwere Beine, dass ich mich einfach nur noch hinlegen wollte – anstatt Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.
Im Sommer war es am schlimmsten. Ich habe jahrelang keine Kleider mehr getragen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie meine Tochter mich einmal gefragt hat, warum Mama nie mit in den Badesee kommt. Das hat mich wirklich getroffen.
Auch die ständige Erschöpfung war zermürbend. Die meisten Menschen um mich herum haben nicht verstanden, warum ich nach einem normalen Arbeitstag so am Ende war. Viele haben gedacht, ich übertreibe – das ist unglaublich einsam.
Wie bist du zu med-plast gekommen?
Eine Frau aus der Online-Selbsthilfegruppe hatte kurz zuvor ihre zweite OP bei med-plast hinter sich und hat so begeistert davon berichtet, dass ich mir sofort die Website angeschaut habe. Was mich überzeugt hat: Diese Klinik macht wirklich nichts anderes. Über 1.000 Lipödem-OPs pro Jahr – das ist eine Zahl, die Vertrauen schafft.
Bei meinem ersten Beratungsgespräch wurde ich von einem der plastischen Chirurgen sehr ausführlich untersucht. Er hat mir alles erklärt, war ehrlich über das, was mich erwartet, und hat keinen Druck gemacht. Ich bin an dem Tag nach Hause gefahren und wusste: Hier lass ich mich operieren.
Wie hast du die drei Operationen erlebt?
Meine erste OP war im März 2024 – Oberschenkelaußenseiten und Knieinnenseiten. Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind vor dem ersten Schultag, aber das Team hat mich so gut aufgefangen, dass meine Nervosität schon beim Aufnahmegespräch verflog. Die Nacht in der Klinik war angenehmer als erwartet.
Im August 2024 folgte die zweite OP: Oberschenkelinnenseiten und Unterschenkel. Die Erholung verlief schneller als beim ersten Mal, weil ich nun wusste, was mich erwartet.
Im Januar 2025 kam die dritte OP für meine Arme – die hatte ich anfangs fast vergessen, weil die Beschwerden an den Beinen so im Vordergrund standen. Aber auch hier war das Ergebnis beeindruckend.
Bei drei Eingriffen wurden mir insgesamt etwa 16 Liter krankhaft verändertes Fettgewebe entfernt.
Was hat sich nach den Operationen verändert?
Alles. Ich meine das wirklich so.
Ich fahre jetzt jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Schule – das hätte ich mir vor zwei Jahren nicht vorstellen können. Im letzten Herbst bin ich mit meiner Familie in den Bayerischen Wald gewandert, vier Stunden am Stück, ohne einmal klagen zu müssen.
Aber was mich am meisten bewegt, ist der emotionale Unterschied. Im vergangenen Sommer habe ich das erste Mal seit 15 Jahren ein Sommerkleid getragen – an einem ganz normalen Samstag auf dem Wochenmarkt. Mein Mann hat mich angeschaut und gefragt, was mit mir los sei. Ich habe nur gelacht.
Die Schmerzen nach dem Arbeiten sind weg. Die Erschöpfung ist weg. Ich habe nachmittags wieder Energie für meine Kinder. Das ist unbezahlbar.
Was möchtest du anderen Betroffenen sagen?
Hört auf eure Körper – und hört auf, euch selbst die Schuld zu geben. Ich habe 20 Jahre damit verbracht zu glauben, dass ich einfach nicht diszipliniert genug bin. Das war falsch.
Wenn ihr die Möglichkeit habt, eine spezialisierte Klinik aufzusuchen, tut es. Eine gute Beratung kostet nichts und gibt euch die Informationen, die ihr braucht, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Und noch etwas: Die drei Operationen waren nicht immer leicht. Es gibt Tage danach, an denen man sich fragt, ob es die richtige Entscheidung war. Haltet durch. Der Moment, in dem ihr merkt, wie sehr sich euer Leben verändert hat, macht alles wett.
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