Ein Lipödem ist eine chronische Erkrankung, bei der sich Fettgewebe ungleichmäßig und symmetrisch an den Beinen, Armen oder anderen Körperbereichen ansammelt. Diese Erkrankung tritt vor allem bei Frauen auf und kann genetisch bedingt sein.
Wie wird die Diagnose Lipödem gestellt?
Die Diagnose Lipödem ergibt sich aus dem Gesamtbild der aktuellen Beschwerden, dem bisherigen Verlauf und der körperlichen Untersuchung. Sie ist rein klinisch – das heißt es kommt darauf an, was wir sehen, fühlen und ausschließen können.
Wie sieht ein Lipödem aus?
Man kann oft die typische Disproportion sehen – also Betonung des überschüssigen Volumens an den Beinen und Armen, bei gleichzeitig oft weniger Beteiligung der Körpermitte. Es erscheint symmetrisch und beginnt an den Beinen, meist schon über den Knöcheln. An den Armen beginnt es oft schon ab den Handgelenken mit sichtbaren Abgrenzungen.
Was fühlen wir bei der Untersuchung?
Wir fühlen das aufgetriebene Fettgewebe und dessen Druckschmerzhaftigkeit. Diese kommt aus der Kombination von Druck und Entzündungsprozessen. Durch zu viele Fettzellen, die auch alle maximal groß werden können, füllen sich die typischen anatomischen Räume wie Knieinnenseiten, Oberschenkelaußenseiten oder Trizepsregion am hinteren Oberarm.
Was schließen wir aus?
Wir müssen andere mögliche Ursachen wie zum Beispiel Krampfadern ausschließen, die ebenfalls eine schmerzhafte Schwellneigung begünstigen können – mittels Ultraschall und Doppler-Sonografie. Es ist ein Irrtum, dass mittels Sonographie Lipödem-Fettzellen sichtbar gemacht werden können.
Stadien des Lipödems
Stadium 1
Glatte Hautoberfläche, vermehrtes Fettgewebe tastbar, Druckschmerz. Erste Schmerzen möglich.
Stadium 2
Wellig-knotige Hautoberfläche (Matratzenphänomen), deutliche Beschwerden, Bewegungseinschränkungen möglich.
Stadium 3
Lappige Hautüberhänge, schwere Bewegungseinschränkungen. Hautstraffung oft notwendig.
Häufige Fragen zur Lipödem-Diagnose
Welche Zahlen über das Lipödem sind richtig?
Lipödem ist eine stark verbreitete Erkrankung. Allein in den USA spricht man von 17 Millionen und weltweit 370 Millionen betroffenen Frauen. In Deutschland leiden bis zu 10 % aller Frauen an Lipödem. Trotz klarer Symptome vergehen laut Studien bei der Hälfte aller Betroffenen durchschnittlich 10 Jahre bis zur Diagnosestellung.
Was ist die Ursache von Lipödem?
Die Ursache liegt in der Genetik, wobei die schubhaften Veränderungen mit hormonellen Schwankungen einhergehen. Deshalb betrifft das Lipödem fast ausschließlich Frauen. Männer können zwar genotypisch Erbträger sein, sind jedoch aufgrund der fehlenden weiblichen hormonellen Schwankungen von der phänotypischen Ausbildung geschützt.
Wie wird das Lipödem ausgelöst?
Ausgelöst wird das Lipödem meist durch Veränderungen im weiblichen Hormonhaushalt – in Zusammenhang mit der Pubertät, Schwangerschaft oder der Menopause kommt es zu schubartigen Fettgewebsvermehrungen.
Woher kommen die Schmerzen bei Lipödem?
Da es sich beim Lipödem um eine abnorme Ansammlung von Fettzellen handelt, die sich im Verlauf vermehren und vergrößern, aber ihr Volumen nicht verringern können, kommt es zu den typischen Beschwerden wie Druck, Schmerzen und Schweregefühl. Durch vermehrten Abbau der überschüssigen Fettzellen kommt es außerdem zu schmerzhaften Entzündungsreaktionen.
Wie läuft eine erste Beratung bei med-plast ab?
Ein umfassendes Gespräch und eine gründliche körperliche Untersuchung wird Ihnen nicht nur Gewissheit über Ihre Situation und eine eindeutige Lipödem-Diagnose geben, sondern Ihnen auch alle weiteren Möglichkeiten aufzeigen. Wir nehmen uns Zeit für Sie – persönlich und ohne Druck.
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